Meine Lyrikecke im Traumschloss
   
  Meine Lyrikecke im Traumschloss
  Liebesgedichte XXII
 
 
 Liebesgedichte XXII

  • Verlassen
  • Glückliche Nacht
  • Allein
  • Rosarote Nachtgedanken
 


Verlassen

Ziellos streifst du durch die Gassen,
hörst Stimmen, siehst ein Kneipenlicht.
Das Leben „brüllt“ dir laut entgegen,
du weißt es, doch du fühlst es nicht.

Abgestumpftes Pflastertreten,
Beine gehen monoton.
Ausgenütztes Liebesleben,
ER ging einfach nur davon.

Du spürst die Kälte nicht, die nagend,
sich beißend legt auf deine Haut.
Den Kopf zerschrammt an einer Hauswand,
der du dein Leid hast anvertraut.

Sichtbar äußere Verletztheit,
blutig tiefer Mauerkuss.
Innenwelt in Nichts zerborsten,
Leben reduziert zum Muss.

Zurück gelassen wie ein Müllsack,
gehabt, gebraucht und nur benutzt.
Flüchtest in die engste Gasse,
fühlst dich dreckig und beschmutzt.

© Helga Boban ~ Schlossfee 06.08.2007







Glückliche Nacht

Soeben aus dem Bett erhoben,
schaue der Nacht aufs Sternenkleid.
Mein Herz mit deinem fest verwoben,
macht sich in mir die Freude breit.

Ich fühl ein Lied in mir erklingen,
betracht dich zart mit Frauensinn.
Möchte vor Glück im Tanze schwingen,
neig leis mein Herz dem deinen hin.

Auf leisen Sohlen, nackten Füßen,
tret ich hinaus in diese Nacht.
Will den Mond, die Sterne grüßen,
erzählen was mich glücklich macht.




Vom Himmel fällt ein Tuch aus Seide,
hüllt mich in einen Sternentraum.
Im allerschönsten Abendkleide
durchtanz die Nacht ich bis zum Saum.

Vom Kuss der Sonne wach geworden,
ein Seidentuch mich leicht bedeckt.
Es funkelt noch ein Stern im Norden –
ich hab die Liebe neu entdeckt.

© Helga Boban ~ Schlossfee 14.06.2007







Allein

Herrlich ist’s allein zu leben,
schön ist es so frei zu sein.
Keiner will sich an dich heften -
herrlich ist’s allein zu sein.

Einsamkeit durchflutet Träume,
wie ein Dieb kommt sie zur Nacht.
Niemand küsst die stillen Tränen,
keiner der sich Sorgen macht.

Herrlich ist’s allein zu leben,
niemand grenzt dich aus noch ein.
Keiner quengelt nach dem Essen -
herrlich ist’s allein zu sein.

Traurigkeit will kaum noch weichen,
schwesterlich dein Bett sie teilt.
Drückt sich schwer in die Matratze,
stumpfen Sinnes sie verweilt.

Herrlich ist’s allein zu leben,
schmökerst bis zum Morgenschein.
Keine Sportschau, Brötchenkrümel -
herrlich ist’s allein zu sein.

Ängste heften sich an Nächte,
nistend nehmen sie Quartier.
Selbst der Morgen zeigt im Spiegel
nur dein ICH, niemals ein WIR.

© Helga Boban ~ Schlossfee 11.08.2007






Rosarote Nachtgedanken

Nun lege ich mein Haupt zur Ruhe,
grabe mich fest ins Kissen ein.
Umarm das Deckbett, geb ihm Formen,
fühl dich in mir und bin allein.

Schwelge in rosa Phantasien,
mein Herz schlägt einen Purzelbaum.
Berausch an dir mich in Gedanken,
sehn dich herbei in meinen Traum.

Ob du jetzt auch zur selben Stunde
die rosarote Brille trägst?
Vielleicht ist dir nach meinem Munde
und auch, dass du dich zu mir legst?

Träume fließen ineinander,
Herzen treffen sich zur Nacht,
Körper suchen Körpernähe,
Liebe, nicht nur „auf Verdacht“.

© Helga Boban ~ Schlossfee 07.07.2007




 
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